WordPress schneller machen: 7 Tipps zur Optimierung der Ladezeit

WordPress schneller machen: 7 Tipps zur Optimierung der Ladezeit

Ein immer wichtiger werdender Faktor für das Ranking in Suchmaschinen ist die Geschwindigkeit der Website. Über die Jahre habe ich sowohl in eigenen als auch in Kundenprojekten immer wieder neue Methoden getestet, um die Ladezeiten von WordPress auf ein Minimum zu reduzieren. Die besten 6 Tipps habe ich nachfolgend einmal zusammengefasst.

Warum Ladezeit optimieren?

Die Frage klingt banal, denn natürlich sollte man immer danach streben, die eigene Website möglichst zu optimieren. Doch welche konkreten Folgen es hat, wenn die eigene Website nur ein wenig langsamer ist, wissen die wenigsten. Laut einer Studie brechen 65 Prozent aller Nutzer nach drei Sekunden ihren Einkauf auf einer Website ab, wenn diese bis dahin nicht geladen ist.

Google hält sich meist bedeckt darüber, welche Faktoren für die Positionierung in den Suchergebnissen maßgeblich sind. Wenn Google dann mal ausdrücklich auf Faktoren hinweist, sollte man diese entsprechend ernst nehmen. Anfang 2018 kündigte Google offiziell das Speed Update an, das ab Juli 2018 für alle Nutzer ausgerollt wurde. Dieses straft langsame Websites in mobilen Suchergebnissen ab.

Hosting

Das Hosting bildet die Grundlage einer jeden Website. Es gibt unzählige Anbieter und Lösungen, die sehr unterschiedliche Ergebnisse liefern. Da das Hosting die Grundlage für jede Website bildet, sollte man hier keine Kompromisse eingehen.

Server Hosting Rechenzentrum

In den vergangenen Jahren kamen immer wieder Kunden auf mich zu, die mit der Ladezeit ihrer Website nicht zufrieden waren. Der Großteil nutzte günstige Anbieter, die für wenige Euro pro Monat WordPress-Hosting anbieten. Damit sich dies wirtschaftlich rechnet, müssen viele hunderte Kunden auf einem Server zusammengelegt werden. Dies kann mit der richtigen Server- und Websitekonfiguration auch prinzipiell funktionieren. Der Hostinganbieter kümmert sich jedoch lediglich um die Serverseite. Ist ein Kunde auf dem Server mit einer überdurchschnittlich frequentierten Website, die schlecht konfiguriert ist, so kann dies für alle Nutzer massive Probleme mit sich bringen. Auch nutzen günstige Anbieter meist keine SSD-Speicher, um die Kosten zu reduzieren. Darüber hinaus sind die Serverkonfigurationen von vielen Anbietern nicht perfekt auf WordPress optimiert.

Ich realisiere Kundenprojekte daher auf vollständig getrennten Server-Systemen mit SSD-Speicher, damit ein Höchstmaß an Leistung garantiert werden kann. So können sich die einzelnen Projekte nicht gegenseitig beeinträchtigen. Wer kein Risiko eingehen möchte, sollte ebenfalls auf ein dediziertes Hosting setzen oder die optimale Konfiguration einem Managed WordPress Hosting Anbieter überlassen.

Server-Konfiguration optimieren

Wenn man in der glücklichen Lage ist, selbst einen Webserver zu betreiben, hat man die volle Kontrolle über dessen Konfiguration. Aber aus großer Macht folgt große Verantwortung. Man kann vieles richtig, aber noch viel mehr falsch machen.

Zunächst stellt sich die Frage, welchen Webserver man verwenden sollte. Apache ist mit 43,3% noch immer der meist verwendete Webserver. NGINX folgt nur knapp dahinter mit 42,2% laut einer Nutzungsstatistik von W3Techs.com. NGINX zeichnet sich vor allem durch seine Geschwindigkeit beim Ausliefern von statischen Inhalten aus. Apache bietet hingegen einen großen Funktionsumfang für dynamische Inhalte.

Als PHP-Anwendung ist WordPress dynamisch. Man könnte daher auf den Gedanken kommen, dass sich Apache besser eignet. Die optimale Lösung, die ich seit Jahren verwende, nutzt die statische Überlegenheit von NGINX und reduziert den dynamischen Anteil. Bei der Auslieferung der Website an den Besucher werden mittels Caching nur statische Ressourcen ausgeliefert. Die für mich beste Lösung ist daher eine Kombination aus NGINX und PHP-FPM mit einer sauber konfigurierten Caching-Lösung.

Das richtige Theme verwenden

Ein häufig unterschätzter Faktor ist das verwendete WordPress Theme. Dieses trägt allerdings weit mehr zur Performance einer Website bei, als die eingestellten Inhalte. Die Inhalte einer Website bestehen meist nur aus Text, Grafiken und in manchen Fällen Einbindungen von externen Inhalten wie YouTube-Videos. Diese statischen Inhalte auszuliefern, ist für einen Webserver eine leichte Aufgabe. Ins Schwitzen kommt ein Server bei allem, was dynamisch ist. Datenbankabfragen müssen ausgeführt und programmierter Code interpretiert werden. Je mehr Dynamik auf einer Website vorhanden ist, desto schwerer hat es der Server.

Viele Themes verfügen aufgrund Ihrer flexiblen, individuellen Anpassungsfähigkeit über viel Dynamik. Darüber spielt auch die Qualität des Theme-Codes eine wichtigere Rolle. Ist der Code nicht sauber programmiert, kann dies zu unnötiger Last führen. Die Auswahl des richtigen Themes kann daher weitreichende Folgen haben. Manche Themes bieten daher bereits die Möglichkeit, Funktionen zu deaktivieren, die auf der eigenen Website nicht genutzt werden. Sehr komplex wirkende Themes sollten vor dem Einsatz genau analysiert werden. Die besten Funktionen und schönsten Designelemente nützen nichts, wenn der Besucher aufgrund der langen Ladezeit die Seite vorzeitig verlässt.

Plugins sorgfältig auswählen

Analog zum verwendeten Theme, gilt auch bei der Auswahl der zu verwendenden Plugins Vorsicht. Zusätzliche Funktionen erfordern zusätzliche Ressourcen des Servers und viele Plugins sorgen aufgrund von schlechter Codequalität für Geschwindigkeitseinbußen.

Ältere Plugins, die nicht mehr gewartet werden, bringen gleich mehrere Probleme mit sich. Im besten Fall profitieren diese schlichtweg nicht von Geschwindigkeitsverbesserungen neuer PHP-Versionen. Häufig werden diese Plugins jedoch vollkommen inkompatibel mit neuen PHP- oder WordPress-Versionen und können daher nicht mehr verwendet werden. Des Weiteren bergen länger nicht aktualisierte Plugins Sicherheitsrisiken, die potentiell die gesamte Website angreifbar machen.

Über die Zeit können sich viele Plugins ansammeln. Man sollte daher in regelmäßigen Abständen einen Blick auf die Plugin-Übersicht werfen und alles aussortieren, was nicht mehr benötigt wird. Genau wie bei Updates einzelner Plugins sollte vorher ein Backup gemacht werden, um Problemen vorzubeugen. Richtig konfiguriert und vor allem mit dem richtigen Caching kann WordPress auch mit einer Vielzahl von Plugins schnell arbeiten. Dennoch gilt der Grundsatz “so viel wie nötig, so wenig wie möglich”.

Caching aktivieren

Wer noch kein Caching aktiviert hat, sollte sich unbedingt mit dem Thema auseinandersetzen. Ein Cache sorgt dafür, dass Daten bereits vor dem Abruf des Besuchers vorbereitet und anschließend nur noch als statische Inhalte an den Nutzer geschickt werden. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, statische Inhalte auf der Seite des Nutzers zu speichern (Browser Caching), damit diese bei nachfolgenden Aufrufen nicht erneut geladen werden.

Mit Hilfe von Plugins wie W3 Total Cache lassen sich viele Caching-Funktionen aktivieren:

  • Page Cache: Dynamische Seiten werden mit Hilfe von Page Caching berechnet und anschließend als statische Seiten gespeichert. Damit können sie schneller ausgeliefert werden. Bei Änderungen der Seite müssen diese neu berechnet werden. Im Fall von WordPress sollte dies sowohl bei Änderungen am Inhalt der Seite, als auch bei neuen Kommentaren gemacht werden. Das Plugin bietet die Möglichkeit, dies zu konfigurieren.
  • Database Cache: Beim Database Cache werden Datenbankabfragen zwischengespeichert, damit nicht bei jeder Datenbankabfrage die Datenbank kontaktiert werden muss. Stattdessen bedient der Zwischenspeicher diese Abfragen.
  • Browser Cache: Die Browser Cache Einstellungen legen fest, welche Ressourcen beim Nutzer im Browser zwischengespeichert werden und nach welcher Zeit diese erneuert werden sollen.

Darüber hinaus bietet das Plugin auch die Möglichkeit, HTML, CSS und JavaScript Ressourcen mittels “Minify” zu verkleinern.

Grafiken komprimieren und korrekt dimensioniert ausliefern

Bei der Verwendung von Fotos & Grafiken, müssen diese für ihren Verwendungsort richtig skaliert werden. WordPress erstellt standardmäßig bereits unterschiedliche Varianten der hochgeladenen Medien:

  • Vorschaubild: 150px Höhe & 150px Breite
  • Mittelgroß: Maximal 300px Höhe oder Breite
  • Groß: Maximal 1024px Höhe oder Breite
  • Originalgröße: Die ursprünglich hochgeladene Größe

Darüber hinaus können individuelle Größen angelegt werden. Themes legen meist eigene Größen an, um Grafiken für das Design perfekt zu skalieren. Auch mit Hilfe von Plugins können Bilder automatisch optimiert werden. Mit dem Plugin Smush können Bilder automatisch komprimiert werden. Außerdem bietet das Plugin ein nützliches Tool, um falsch skalierte Bilder zu identifizieren.

Software-Updates

Neue Software kann maßgeblich zur gesamten Performance der Website beitragen. Die verwendete PHP-Version und die installierten Plugins sollte man daher regelmäßig auf Aktualität prüfen. Nicht vergessen, vorher ein Backup der Daten und Datenbank anzulegen! So kann im Problemfall oder bei Inkompatibilität von Softwareversionen ein vorheriger Stand wiederhergestellt werden.


Ich hoffe, dass euch der Artikel einen kleinen Überblick über mögliches Optimierungspotential gibt. Wenn noch etwas unklar sein sollte oder etwas ergänzt werden kann, nutzt gern die Kommentarfunktion.

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